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Aktuell

Zum Neujahrsgespräch Kritik an Eingriffen in Eigentumsrechte

Verband der Jagdgenossenschaften gegen Grünes Band als Naturmonument / Drohende Gefahr des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest

Zum traditionellen Neujahrsgespräch des Thüringer Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirkinhaber e.V. (TVJE) am 9. Januar in Erfurt begrüßte Präsident Peter Leicht die Mitglieder des Thüringer Landtages Egon Primas, Marion Walsmann (beide CDU), Tilo Kummer (Die Linke) und Dagmar Becker (SPD). Der Einladung des nahezu 1.000 Mitglieder umfassenden Verbandes, der die Interessen von etwa 300.000 Inhabern jagdbarer Flächen vertritt, waren auch  die Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller (Die Linke), und Vertreter befreundeter Verbände und partnerschaftlich verbundener Institutionen und Einrichtungen gefolgt. Zu ihnen gehören der Landesjagdverband, der Waldbesitzerverband, der Gemeinde- und Städtebund, das Landesamt für Vermessung und Geoinformation sowie ThüringenForst und die Stiftung Lebensraum.

Die Teilnehmer tauschten ihre Auffassungen zu aktuellen Themen aus, wobei die Novellierung des Thüringer Jagdgesetzes, das von der Regierungskoalition geplante Naturmonument Grünes Band und die gestiegene Gefahr der Afrikanischen Schweinepest im Mittelpunkt standen. TVJE-Präsident Peter Leicht wie auch Dr. Aribert Bach und Albert Seifert, beide Jagdvorsteher und ehemalige langjährige Vizepräsidenten des Thüringer Bauernverbandes, wandten sich vehement gegen die mit dem Naturmonument verbundene Gefahr von Eingriffen in das private Eigentum. Auch seitens der anwesenden Politiker wurde die von der Partei Die Grünen/Bündnis 90 ausgegangene Gesetzesinitiative als in Teilen handwerklich fehlerhaft bezeichnet. Wie die Ministerin in ihrem Grußwort informierte, seien die Abstimmungen zum neuen Jagdgesetz weitgehend abgeschlossen. Der TVJE hatte, wie auch andere Verbände, in Stellungnahmen mehrfach betont, dass sich das bisherige Gesetz bewährt habe und eine Novellierung nicht erforderlich sei.

Die Gefahr von Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest, die bereits in der Slowakei erfolgt seien, wurde von der Ministerin bestätigt. Sie warnte jedoch vor eine Dramatisierung, die Behörden hätten entsprechende Maßnahmen ergriffen. Der TVJE hatte kürzlich gemeinsam mit dem Thüringer Bauernverband ein Forum veranstaltet und zu einer intensiveren Bejagung des Schwarzwildes aufgefordert. Rainer Wagner vom Deutschen Vieh- und Fleischhandelsbund schilderte die kastrophalen Folgen eines in den nächsten Monaten als sicher zu geltenden Ausbruchs der ASP für die Landwirtschaft wie auch den Wildfleischhandel in Thüringen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde eine neue Fassung der Lizenzvereinbarung zwischen dem Landesamt für Vermessung und Geoinformation und dem TVJE über die künftig kostenpflichtige Datennutzung unterzeichnet.

Das Neujahrsgespräch fand in der Ernst-Benary-Schule statt, deren Leiterin Marina Bachmann die Ausbildungsstätte vorstellte. Kochlehrlinge im dritten Ausbildungsjahr hatten schmackhafte Wildgerichte zubereitet.

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  1. Januar 2018

(Fotos: Wühst)

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