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Erhöhte Wachsamkeit nach Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Tschechien

Nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei verendeten Wildschweinen Ende Juni in Tschechien bittet der TVJE die Vorstände der Jagdgenossenschaften und alle Inhaber jagdbarer Flächen um eine erhöhte Wachsamkeit zur Vermeidung des Übergreifens des Virus auf die heimischen Nutztierbestände. Eine Infektion verläuft für Schweine stets tödlich, für Menschen ist ASP ungefährlich.

Der TVJE hat gemeinsam mit dem Landesjagdverband und dem Thüringer Bauernverband die staatlichen Stellen aufgefordert, Anreize zur intensiveren Schwarzwildbejagung zu schaffen und unbürokratisch eine Aufwandsentschädigung bei Probenahmen zu regulieren.

Besonders für Landwirte und Jäger haben das zuständige Thüringer Gesundheitsministerium und der TBV entsprechende Informationen veröffentlicht.

Detlef Sommer

TVJE-Geschäftsführer

Ein Rinderknochen für Ramelows Attila

Der Thüringer Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirkinhaber (TVJE) wurde vor zwei Jahrzehnten gegründet / Ministerpräsident Bodo Ramelow gratulierte / Peter Leicht erneut Präsident

Als Ministerpräsident Bodo Ramelow zum offiziellen Teil der Mitgliederversammlung des Thüringer Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirkinhaber (TVJE) im Carl-Zeiss-Saal der Messe Erfurt ans Rednerpult trat, konnte er sich eine Vorbemerkung nicht verkneifen. So viele Präsidenten habe er selten in einer Versammlung gesehen, meinte er nach deren kurzen Grußworten zum Jubiläum des im Mai 1997 auf Initiative des Thüringer Bauernverbandes (TBV) gegründeten Verbandes. Die Spitzen der Thüringer Interessenvertretungen der Bauern, Jäger und Waldbesitzer waren gekommen, um dem Verband der Eigentümer jagdbarer Flächen zu gratulieren. Gemeinsam mit dem am Vormittag erneut gewählten TVJE-Präsident Peter Leicht sowie dem Ehrenpräsident Helmut Hercher saßen, samt Ramelow, tatsächlich sechs Präsidenten im Plenum. Und was nicht erwähnt wurde, aber anzumerken wäre, fast ausschließlich Bauern. Manche auch Jäger. Mit TBV-Präsident Dr. Klaus Wagner, der an diesem 01. April 2017 auf seine erst 120 Tage Amtszeit verwies und TVJE-Präsidiumsmitglied René Kolbe auch zwei Geschäftsführer von Agrarunternehmen (in Erfurt Mittelhausen und Pahren), die der jüngeren Generation angehören.

Bodo Ramelow und Peter Leicht erwiesen sich als gut aufgelegte Redner, die von den etwa 300 Jagdgenossen und Besitzern von Eigenjagden im Saal mehrfach Beifall erhielten. Auch beim aktuellen Thema der Forderung des grünen Koalitionspartners nach Stilllegung von Waldflächen, etwa am Possen (die Bauernzeitung berichtete), zu der Ministerpräsident Ramelow bemerkte, er bevorzuge wissenschaftliche Argumente statt der ideologisch geführten Debatten. Die bündnisgrüne Ministerin Siegesmund stelle Forderungen, die von der  zuständigen Ministerin Keller (Die Linke) abgelehnt würden. Das war eindeutig. Jagdvorsteher Werner Strecker aus der betroffenen Region in Nordthüringen hatte Ramelow zuvor auf die Folgen einer überzogenen Waldwildnis aufmerksam gemacht.

Der TVJE ist die mit Abstand mitgliederstärkste Interessenvertretung der Eigentümer jagdbarer Flächen in den neuen Bundesländern. Von etwa 1.700 Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirken gehören ihr auf freiwilliger Grundlage 901 mit fast 70 Prozent der Flächen an. Schulungen zur Führung des Jagdkatasters oder die Unterstützung bei der Wildschadenregulierung gehören zu den Dienstleistungen des Verbandes wie auch seit dem vergangenen Jahr die Rechtsberatung durch den Verbandsjuristen Markus Keubke. Peter Leicht teilte mit, dass der Verband aus der Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) austrete, weil diese keinerlei Unterstützung gegenüber der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft gebe, die nur für die ostdeutschen Jagdgenossenschaften die Beiträge erhöhte, aber bislang keine Leistung erbrachte. Der Mitgliedsbeitrag für die BAGJE werde nun für die Unterstützung der Musterklage einer Jagdgenossenschaft aus Nordthüringen eingesetzt. Jagdvorsteher Albert Seifert, langjähriger Vizepräsident des TBV und Vertreter des Berufsstandes in der Berufsgenossenschaft für die Landwirtschaft (seit 2013 SVLFG – Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau), kritisierte diese scharf und rief zum Wechsel in die wesentlich günstigere Verwaltungs-Berufsgenossenschaft Erfurt auf.

Alle Teilnehmer erhielten vom ThüringenForst, Mitglied des Verbandes, als Andenken an diese besondere Verbandstagung einen Setzling der „Schlossbergfichte“, eine besondere Züchtung des Baumes des Jahres 2017. Und Bodo Ramelow für seinen Hund Attila, mittlerweile mindestens so berühmt wie sein Herrchen, einen stattlichen geräucherten Rinderknochen, verpackt und mit einer roten Schleife verziert.

Petition gegen Entzug der Wälder zur Holznutzung

Sehr geehrte Mitglieder des TVJE!

Der im Koalitionsvertrag der Regierung formulierte und vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz angestrebte Entzug der Wälder zur Holznutzung ist gegen die Interessen der Grundeigentümer gerichtet. Wir unterstützen als Verband  gemeinsam mit zwölf weiteren Verbänden und Vereinen die Petition der Firma Pollmeier. Für die Petition werden dringend Mitzeichner benötigt. Unterstützen auch Sie die Petition, indem Sie über das Internet mitzeichnen.

In der neuen Ausgabe unserer Verbandszeitschrift „Der Thüringer Jagdvorsteher“, Heft 28,  ist der nachstehende Beitrag abgedruckt, dem Sie Einzelheiten zur Petition und die Verfahrensweise entnehmen können. Die Mitzeichnung ist laut Gesetz nur in einem Zeitraum von sechs Wochen nach Einreichung und damit bis zum 10. Januar 2017 möglich. Wenn die Mindestzahl von 1500 Mitzeichnern erreicht wird, muss eine öffentliche Anhörung erfolgen. Bis jetzt sind es 872.

Die Mitzeichnung erfordert die Anmeldung über das Portal des Petitionsausschusses und erfordert ein wenig Geduld. Dennoch bitten wir Sie sehr um Beteiligung. Vielen Dank.

https://petitionen-landtag.thueringen.de/

Detlef Sommer

TVJE-Geschäftsführer

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Beitrag aus „Der Thüringer Jagdvorsteher“, Heft 28, vom 16. Dezember 2016, Seite 7

Petition gegen Entzug der Wälder zur Holznutzung

Ende Oktober hat Ralf Pollmeier, Geschäftsführer der Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG mit Sitz in Creuzburg, Wartburgkreis, eine Petition beim Thüringer Landtag eingereicht, die sich gegen die im Koalitionsvertrag von Die Linke, SPD und Bündnis90/Die Grünen getroffene Vereinbarung richtet, großflächige Waldgebiete aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Gefordert wird mit der Petition auch der Verzicht der Ausweisung weiterer Wildnisgebiete.  Wer sich in Thüringen benachteiligt oder ungerecht behandelt fühlt, hat das Recht, sich mündlich oder schriftlich an den Petitionsausschuss des Thüringer Landtages zu wenden. Geregelt im Artikel 14 der Thüringer Landesverfassung. Im vergangenen Jahr nahmen dieses Recht 1.500 Thüringer in Anspruch, die Hälfte der Petitionen wurde nach Angaben der Landtagsverwaltung abgeschlossen.

Ralf Pollmeier hat Ende Oktober seine Petition eingereicht. Der Unternehmer und Geschäftsführer des vor drei Jahrzehnten in Nordrhein-Westfalen gegründeten und seit 1996 in Creuzburg an der Werra (neben Standorten in Aschaffenburg und Malchow) produzierenden Betriebes sorgt sich um die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz. Immerhin ist das Unternehmen Europas größter Laubholzsägebetrieb und Weltmarktführer für Buchenfurnierschichtholz. 600.000 fm Holz werden jährlich verarbeitet,  700 Mitarbeiter beschäftigt, 1.700 Kunden gibt es in 70 Ländern. Es geht also um mehr als Benachteiligung und Ungerechtigkeit.

Unvereinbar mit Rohstoffwende und Klimaschutz

Anlass der Petition war eine Pressemeldung des Umweltministeriums vom 5. Oktober, mit der Ministerin Anja Siegesmund die Ausweisung einer 2.500 ha großen Waldfläche rund um den Possen bei Sondershausen ankündigte. Siegesmund konnte sich dabei auf einen Passus im Koalitionsvertrag berufen, den sie mit großer Wahrscheinlichkeit bei den Verhandlungen über den Koalitionsvertrag dort platzierte. Im Kapitel zum Naturschutz steht, dass drei großflächige Waldgebiete in den Bereichen Vessertal, Wartburg-Inselsberg und Hainleite-Possen aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen sind.

Pollmeier begründet seinen Einspruch damit, dass die Nutzungseinschränkungen mit der notwendigen Rohstoffwende unvereinbar seien. Die Ausweisung von Wildnisgebieten und das damit einhergehende Verbot der nachhaltigen Holznutzung bremse die Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Holzwerkstoffe, an denen weltweit geforscht würde.

Weitere Wildnisgebiete würden auch dem Klimaschutz zuwider laufen. Durch die stoffliche Nutzung des Holzes, beispielsweise im Bauwesen, werde der Kohlenstoff langfristig gespeichert, während auf gleicher Waldfläche neues Holznachwachse und der Atmosphäre CO2 entziehe. Wissenschaftliche Modellrechnungen belegten, dass nachhaltig bewirtschaftete Wälder und das genutzte Holz eine deutlich bessere Gesamt-Kohlenstoff-Bilanz aufweisen als unbewirtschaftete Wälder.

Verbände unterstützen Forderungen des Unternehmers

Es ist zehn Jahre her, dass Pollmeier schon einmal mit den Thüringer Behörden zu tun hatte. Allerdings erfreulicher. Damals engagierte er sich, wie im Internet nachzulesen ist, „für die Holzmobilisierung und die Erhaltung der forstwirtschaftlichen Infrastruktur. Um einen Engpass in der Holzbeschaffung zu kompensieren wurde am 1. August 2006 das Projekt Privatwaldförderung Thüringen ins Leben gerufen. Dieses Pilotprojekt erfolgt in Zusammenarbeit mit Thüringenforst in Form einer Public Private Partnership (PPP)“. Ziel war es, Klein- und Kleinstwaldbesitzer über die Möglichkeiten der nachhaltigen Bewirtschaftung zu informieren und zur regelmäßigen Nutzung anzuhalten, um das Einschlagsvolumen zu erhöhen.

Ralf Pollmeiers Petition wurde mit Stand vom 14. Dezember 2016 von 872 Mitzeichnern unterstützt. Der TVJE empfiehlt seinen Mitgliedern, die Petition ebenfalls mitzuzeichnen. Es ist dazu   notwendig, sich an den Petitionsausschuss zu wenden (Internetadresse s. Seite 2 bzw. Tel. 0361 377-1018 oder -2152).                                                                                                                                                             Die Red.