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Pressemitteilungen

Präsidium beriet am Spaalhaus

Das Präsidium des Thüringer Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirkinhaber e.V. (TVJE) beriet am 02. Mai 2018 unter Leitung von Präsident Peter Leicht auf dem Gelände des Spaalhauses des Forstamtes Bad Berka. Ausgewertet wurde die Mitgliederversammlung von Mitte März auf der Messe in Erfurt. Entsprechend einer Anregung von Jagdgenossenschaften beschloss das Präsidium, die mitgroßer Mehrheit der Teilnehmer verabschiedete Beitragserhöhung bei Jagdgenossenschaften mit geringem Reinertrag in Härtefällen zu prüfen.

Zur Bildung eines „Schwarzwildkompetenzzentrums“ unter Verantwortung des Verbandes wurde kritisiert, dass die Zusage entsprechender finanzieller Mittel durch die Ministerien für Infrastruktur und Landwirtschaft sowie Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie trotz geleisteter Arbeiten durch den Verband bislang nicht eingehalten wurde.

Als neue Mitglieder im Verband wurden die Jagdgenossenschaften Heberndorf im Saale-Holzland-Kreis, Möckers im Landkreis Schmalkalden-Meiningen und Haselbach im Landkreis Greiz aufgenommen.

Werner Wühst – Freier Journalist und Autor

Fotos: Wühst

 

Das Präsidium tagte auf dem Gelände des Spaalhauses.

 

Das Spaalhaus wurde im 19. Jahrhundert als Unterkunft für Waldarbeiter und zur Aufbewahrung von Sämereien und Gerätschaften errichtet. Diesen Zweck erfüllt es teilweise noch heute.
Auf dem Boden des 1381 erstmals erwähnten und 1492 als wüst bezeichneten Dorfes Spaal wurde 1725 ein Vorwerk errichtet, es wurde 1910 verlassen und teilweise abgebrochen. Spaal galt als die höchstgelegene Ansiedlung im Herzogtum Sachsen-Altenburg und war bis zur Enteignung 1945 im Eigentum der Familie Henckel von Donnersmarck mit Sitz auf Schloss Hirschhügel in Kuhfraß. Der Platz am Spaalhaus ist ein beliebtes Ziel von Wandergruppen. Etwa 500 m östlich steht der Wolfstein. Überliefert ist, dass ein Wolf im nahen Engerda ein Kind aus der vor einem Haus stehenden Badewanne geraubt und im Wald gefressen habe.

 

Hinweis: Weitere Informationen unter Tel. 036695 21478 (Autor) oder 0361 26253250 (Geschäftsstelle TVJE). Die Fotos sind unter Quellenangabe honorarfrei medial verwendbar.  

Mitgliederversammlung des TVJE am 17. März 2018 im Carl-Zeiss-Saal der Messe Erfurt

Viel Aufmerksamkeit und gelegentlich Applaus

 

Auf der Mitgliederversammlung des TVJE am 17. März wurden der Entwurf des neuen Jagdgesetzes und Regelungen zum vorgesehenen Naturmonument „Grünes Band Thüringen“ abgelehnt / Mitglieder beschlossen erstmalig nach zwei Jahrzehnten Beitragserhöhung

Die mehr als 200 Teilnehmer von Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirken, die sich trotz des winterlichen Einbruchs mit Frost, glatten Straßen und Schneeverwehungen am 17. März 2018 zur Mitgliederversammlung im Carl-Zeiss-Saal der Erfurter Messe aufgemacht hatten, erlebten einen informativen, teils recht kurzweiligen Vormittag, bevor sich viele von ihnen dem Besuch der 20. Messe Reiten-Jagen-Fischen widmeten. Passend zu den auf der Versammlung zuvor behandelten Themen, was das jagdliche Schießen, die Stände von Landesjagdverband, ThüringenForst und Jagdschule oder die Zubereitung von Wildgerichten durch Köche-Azubis der Ernst-Benary-Schule Erfurt angeht. Meinethalben auch Trophäenschau, Gebrauchshunde- und Greifvogelvorführungen oder das Angebot von Jagdhörnern und Hochsitzen. Hirschrufer nicht zu vergessen.

 

Um Konkretheit bemüht

Die 21. Mitgliederversammlung kam, anders als in zurückliegenden Jahren, ohne Ministerpräsident Bodo Ramelow oder die von der Grippe hingestreckte Ministerin Birgit Keller (Die Linke) und den ebenso erkrankten Vorsitzenden des Landtagsausschusses Egon Primas (CDU) aus, dafür bekundeten Staatssekretär Dr. Klaus Sühl vom Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft wie auch der Umweltausschussvorsitzende Tilo Kummer (beide Die Linke) nicht nur glaubhaft ihre Sympathie mit dem Verband, sondern äußerten sich auch zu mehreren aktuellen, bei weitem noch nicht geklärten Fragen. Sowohl im internen wie im öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung wurde die  Neufassung des Thüringer Jagdgesetzes, die Verbandskritik am Vorhaben „Naturmonument Grünes Band Thüringen“, aber auch die Reduzierung der Schwarzwildbestände zur Verminderung der Wildschäden und der Seuchenprävention diskutiert. Die Vorlagen hierzu lieferte Präsident Peter Leicht, der für seine fachlich auf den Punkt gebrachten wie auch zuspitzenden und gelegentlich unterhaltsamen Anmerkungen große Aufmerksamkeit und mehrfach Applaus erhielt. Auch der Bundestagsabgeordnete (und Jagdvorsteher) Albert Weiler (CDU) oder die Präsidenten von Landesjagdverband und Bauernverband, Jürgen Liebig und Dr. Klaus Wagner, waren um Konkretheit bemüht.

 

Nur eine lakonische Antwort

Mit einer massiven Kritik am Umweltministerium und Ministerin Siegesmund (Grüne) machte Präsident Peter Leicht deutlich, welchen Eingriffen das Eigentümerrecht ausgesetzt ist. Zur Anhörung über das Vorhaben „Nationales Naturmonument Grünes Band Thüringen“ war der Verband erst nach Intervention beim Vorsitzenden des Umweltausschusses, Tilo Kummer, eingeladen worden. Die Jagd sei nicht betroffen, war lakonisch mitgeteilt worden. Gemeinsam mit den anderen Nutzerverbänden wurde in der Anhörung der Gesetzentwurf abgelehnt, da mit dem beabsichtigten Schutzstatus viele Flächeneigentümer, auch zahlreiche Kommunen, betroffen wären.

Ebenfalls kritisch äußerte sich Leicht zur Novellierung des Jagdgesetzes. Im vorliegenden Gesetzentwurf seien die mehrfach diskutierten Änderungswünsche und erzielten Kompromisse nicht aufgenommen worden. Überzogenen Forderungen der Naturschutzverbände werde seitens der Regierung im Interesse des Koalitionsfriedens nachgegeben. Das Ergebnis werde nicht zuletzt Auswirkungen auf das künftige Wahlverhalten der Eigentümer haben.

 

An Bonmot von Struck erinnert

Sowohl Agrarstaatssekretär Dr. Klaus Sühl als auch der langjährige Landtagsabgeordnete Tilo Kummer gaben Einblicke in die Mechanismen der Landespolitik. Während Sühl bemüht war, pauschaler Kritik an Stadtbewohnern als Gegnern der Jagd die Schärfe zu nehmen („so doof sind die nun auch nicht“), bezog sich Kummer auf den von Leicht zitierten ehemaligen SPD-Prominenten und Bundesminister Struck, von dem das Bonmot stammt, kein Gesetz verlasse das Parlament, wie es hineingekommen sei, und machte deutlich, dass auch im Thüringer Landtag nicht jedes Gesetz, was die Regierung eingebracht habe, beschlossen wurde. Er bezog das auf das geplante Jagd- wie auch das Wassergesetz. Mancher dachte da wohl an die mit keinem Wort erwähnte vorerst gescheiterte Gebietsreform.

 

Interessenvertretung gesichert

Im internen Teil der Mitgliederversammlung waren neben den jagdpolitischen auch mehrere Themen des Verbandslebens behandelt und rege diskutiert worden. So begründete Präsident Leicht die Notwendigkeit der ersten Erhöhung des Jahresbeitrages seit zwei Jahrzehnten von 50 auf 65 Euro und des Hektarbeitrages von 2 auf Cent u.a. mit den steigenden Kosten für Bürotechnik, der Auslagerung der Buchhaltung, Steuerberatung, der umfangreicheren Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit oder der Minderung der Nettozuführung aus der Jagdabgabe. Zu Kosteneinsparungen habe der Austritt aus der Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer gehört, deren Leistungen in keinem Verhältnis zur Beitragshöhe standen. Bis auf vier Gegenstimmen und acht Enthaltungen stimmten die Teilnehmer der Beitragserhöhung zu. Den Berichten von Präsidium, Geschäftsführung und Kassenprüfung sowie dem Vorschlag, Beate Misch als Nachfolgerin des aus persönlichen Gründen nicht mehr dem Präsidium angehörenden Niko Scheringer zu wählen, gaben alle Teilnehmer ihre Zustimmung. Und sicherten so die weitere Arbeitsfähigkeit ihrer Interessenvertretung.                                                        

 Werner Wühst

Freier Journalist

Jagdhornbläsergruppe „St. Hubertus Erfurt e. V.“

 

TVJE-Präsident hielt den Rechenschaftsbericht

 

Den Bericht der Kassenprüfer verlas Frau Beate Misch. Rechtsanwalt Uwe Ropte (vorne rechts) leitete die Versammlung.

 

Mehr als 200 Jagdvorsteher und Gäste nahmen an der Versammlung im Carl-Zeiss-Saal teil

 

 

Präsident Peter Leicht gratulierte Beate Misch zu Ihrer Wahl ins Präsidium als Nachfolgerin von Niko Scheringer

Staatssekretär Dr. Klaus Sühl (DIE LINKE) vertrat die an Grippe erkrankte Ministerin Birgit Keller und hielt ein Grußwort

Tilo Kummer (Die Linke), Vorsitzender des Landtagsausschusses für Umwelt, Energie und Naturschutz, setzte sich in seinem Grußwort kritisch mit Jagdgegnern im NABU Thüringen auseinander

Eberhard Krause aus Rüdersdorf (links) und Peter Müller aus Rohr erhielten für die langjährige Mitarbeit in Ihren Jagdvorständen die Ehrennadel des Verbandes

    

Zahlen & Fakten

 

Dem Verband gehören 915 Mitglieder mit einer jagdbaren Fläche von 8.309,22 Quadratkilometer (66 Prozent der Fläche insgesamt) an, 23  wurden 2017 aufgenommen.

Der TVJE war an jeweils sechs Anhörungen im Thüringer Landtag und sechs Beratungen des TMIL zum neuen Jagdgesetz beteiligt.

805 Mitglieder verfügen über das Jagdkataster, 747 haben es im vergangenen Jahr aktualisiert, 41 neu beantragt.

Es fanden 46 Winterschulungen und Schulungen zur Führung des Jagdkatasters sowie mehrere Weiterbildungsveranstaltungen statt.

Einvernehmlich konnten 14 Wildschadensverfahren geklärt werden.

Mit 2.000 Unterschriften wurde die Petition gegen die Stilllegung von Waldflächen unterstützt.

Hinweise:

Der Beitrag ist identisch mit einer Veröffentlichung in der Mitgliederzeitschrift „Der Thüringer Jagdvorsteher“, Heft 31, die am 31. März 2018 erscheint. Eine PDF der Zeitschrift (12 Seiten) steht ab 23. März auf Anforderung (wuehst@t-online.de) zur Verfügung. Sie enthält weitere Beiträge zur Afrikanischen Schweinepest, der Wildfleischverarbeitung sowie eine historische Betrachtung zum Wolf aus Sicht des „Tiervaters“ Alfred Edmund Brehm, an dessen Geburts- und Sterbeort Renthendorf bei Stadtroda derzeit das Museum neu gestaltet wird.. 

Fotos von der Mitgliederversammlung können tel. beim Autor angefragt werden (036695 21478). Eine Veröffentlichung von Text und Fotos ist honorarfrei.

Gera-Seligenstädt, den 20. März 2018

17 Uhr

Zum Neujahrsgespräch Kritik an Eingriffen in Eigentumsrechte

Verband der Jagdgenossenschaften gegen Grünes Band als Naturmonument / Drohende Gefahr des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest

Zum traditionellen Neujahrsgespräch des Thüringer Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirkinhaber e.V. (TVJE) am 9. Januar in Erfurt begrüßte Präsident Peter Leicht die Mitglieder des Thüringer Landtages Egon Primas, Marion Walsmann (beide CDU), Tilo Kummer (Die Linke) und Dagmar Becker (SPD). Der Einladung des nahezu 1.000 Mitglieder umfassenden Verbandes, der die Interessen von etwa 300.000 Inhabern jagdbarer Flächen vertritt, waren auch  die Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller (Die Linke), und Vertreter befreundeter Verbände und partnerschaftlich verbundener Institutionen und Einrichtungen gefolgt. Zu ihnen gehören der Landesjagdverband, der Waldbesitzerverband, der Gemeinde- und Städtebund, das Landesamt für Vermessung und Geoinformation sowie ThüringenForst und die Stiftung Lebensraum.

Die Teilnehmer tauschten ihre Auffassungen zu aktuellen Themen aus, wobei die Novellierung des Thüringer Jagdgesetzes, das von der Regierungskoalition geplante Naturmonument Grünes Band und die gestiegene Gefahr der Afrikanischen Schweinepest im Mittelpunkt standen. TVJE-Präsident Peter Leicht wie auch Dr. Aribert Bach und Albert Seifert, beide Jagdvorsteher und ehemalige langjährige Vizepräsidenten des Thüringer Bauernverbandes, wandten sich vehement gegen die mit dem Naturmonument verbundene Gefahr von Eingriffen in das private Eigentum. Auch seitens der anwesenden Politiker wurde die von der Partei Die Grünen/Bündnis 90 ausgegangene Gesetzesinitiative als in Teilen handwerklich fehlerhaft bezeichnet. Wie die Ministerin in ihrem Grußwort informierte, seien die Abstimmungen zum neuen Jagdgesetz weitgehend abgeschlossen. Der TVJE hatte, wie auch andere Verbände, in Stellungnahmen mehrfach betont, dass sich das bisherige Gesetz bewährt habe und eine Novellierung nicht erforderlich sei.

Die Gefahr von Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest, die bereits in der Slowakei erfolgt seien, wurde von der Ministerin bestätigt. Sie warnte jedoch vor eine Dramatisierung, die Behörden hätten entsprechende Maßnahmen ergriffen. Der TVJE hatte kürzlich gemeinsam mit dem Thüringer Bauernverband ein Forum veranstaltet und zu einer intensiveren Bejagung des Schwarzwildes aufgefordert. Rainer Wagner vom Deutschen Vieh- und Fleischhandelsbund schilderte die kastrophalen Folgen eines in den nächsten Monaten als sicher zu geltenden Ausbruchs der ASP für die Landwirtschaft wie auch den Wildfleischhandel in Thüringen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde eine neue Fassung der Lizenzvereinbarung zwischen dem Landesamt für Vermessung und Geoinformation und dem TVJE über die künftig kostenpflichtige Datennutzung unterzeichnet.

Das Neujahrsgespräch fand in der Ernst-Benary-Schule statt, deren Leiterin Marina Bachmann die Ausbildungsstätte vorstellte. Kochlehrlinge im dritten Ausbildungsjahr hatten schmackhafte Wildgerichte zubereitet.

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  1. Januar 2018

Präsident des TVJE e. V. Peter Leicht

von links: Frau Ministerin Birgit Keller (Die Linke), Herr Peter Leicht (Präsident TVJE e. V.), Frau Marion Walsmann (CDU) und Herr Jörg Göring (Präsident Waldbesitzerverband)

zahlreiche Vertreter aus Politik und Verbänden kamen der Einladung des TVJE e. V. zum Neujahrsgespräch in der Ernst-Benary-Schule Erfurt nach

Frau Ministerin Birgit Keller (Die Linke) und Herr Egon Primas (CDU)

Herr Uwe Köhler (Präsident des Landesamt für Vermessung und Geoinformation), Herr Peter Leicht (Präsident TVJE) und Herr Detlef Sommer (Geschäfsführer TVJE) bei der Unterzeichnung der neuen Lizenzvereinbarung über die Nutzung von Geodaten

von links: Herr Peter Leicht (Präsident des TVJE e.V.), Herr Friedhelm Schubert (Vizepräsident), Herr Helmut Hercher (Ehrenpräsident), Herr Andreas Beyersdorf (Kassenprüfer), Frau Beate Misch (Kassenprüferin)

(Fotos: Wühst)

Erhöhte Wachsamkeit nach Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Tschechien

Nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei verendeten Wildschweinen Ende Juni in Tschechien bittet der TVJE die Vorstände der Jagdgenossenschaften und alle Inhaber jagdbarer Flächen um eine erhöhte Wachsamkeit zur Vermeidung des Übergreifens des Virus auf die heimischen Nutztierbestände. Eine Infektion verläuft für Schweine stets tödlich, für Menschen ist ASP ungefährlich.

Der TVJE hat gemeinsam mit dem Landesjagdverband und dem Thüringer Bauernverband die staatlichen Stellen aufgefordert, Anreize zur intensiveren Schwarzwildbejagung zu schaffen und unbürokratisch eine Aufwandsentschädigung bei Probenahmen zu regulieren.

Besonders für Landwirte und Jäger haben das zuständige Thüringer Gesundheitsministerium und der TBV entsprechende Informationen veröffentlicht.

Detlef Sommer

TVJE-Geschäftsführer

Ein Rinderknochen für Ramelows Attila

Der Thüringer Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirkinhaber (TVJE) wurde vor zwei Jahrzehnten gegründet / Ministerpräsident Bodo Ramelow gratulierte / Peter Leicht erneut Präsident

Als Ministerpräsident Bodo Ramelow zum offiziellen Teil der Mitgliederversammlung des Thüringer Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirkinhaber (TVJE) im Carl-Zeiss-Saal der Messe Erfurt ans Rednerpult trat, konnte er sich eine Vorbemerkung nicht verkneifen. So viele Präsidenten habe er selten in einer Versammlung gesehen, meinte er nach deren kurzen Grußworten zum Jubiläum des im Mai 1997 auf Initiative des Thüringer Bauernverbandes (TBV) gegründeten Verbandes. Die Spitzen der Thüringer Interessenvertretungen der Bauern, Jäger und Waldbesitzer waren gekommen, um dem Verband der Eigentümer jagdbarer Flächen zu gratulieren. Gemeinsam mit dem am Vormittag erneut gewählten TVJE-Präsident Peter Leicht sowie dem Ehrenpräsident Helmut Hercher saßen, samt Ramelow, tatsächlich sechs Präsidenten im Plenum. Und was nicht erwähnt wurde, aber anzumerken wäre, fast ausschließlich Bauern. Manche auch Jäger. Mit TBV-Präsident Dr. Klaus Wagner, der an diesem 01. April 2017 auf seine erst 120 Tage Amtszeit verwies und TVJE-Präsidiumsmitglied René Kolbe auch zwei Geschäftsführer von Agrarunternehmen (in Erfurt Mittelhausen und Pahren), die der jüngeren Generation angehören.

Bodo Ramelow und Peter Leicht erwiesen sich als gut aufgelegte Redner, die von den etwa 300 Jagdgenossen und Besitzern von Eigenjagden im Saal mehrfach Beifall erhielten. Auch beim aktuellen Thema der Forderung des grünen Koalitionspartners nach Stilllegung von Waldflächen, etwa am Possen (die Bauernzeitung berichtete), zu der Ministerpräsident Ramelow bemerkte, er bevorzuge wissenschaftliche Argumente statt der ideologisch geführten Debatten. Die bündnisgrüne Ministerin Siegesmund stelle Forderungen, die von der  zuständigen Ministerin Keller (Die Linke) abgelehnt würden. Das war eindeutig. Jagdvorsteher Werner Strecker aus der betroffenen Region in Nordthüringen hatte Ramelow zuvor auf die Folgen einer überzogenen Waldwildnis aufmerksam gemacht.

Der TVJE ist die mit Abstand mitgliederstärkste Interessenvertretung der Eigentümer jagdbarer Flächen in den neuen Bundesländern. Von etwa 1.700 Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirken gehören ihr auf freiwilliger Grundlage 901 mit fast 70 Prozent der Flächen an. Schulungen zur Führung des Jagdkatasters oder die Unterstützung bei der Wildschadenregulierung gehören zu den Dienstleistungen des Verbandes wie auch seit dem vergangenen Jahr die Rechtsberatung durch den Verbandsjuristen Markus Keubke. Peter Leicht teilte mit, dass der Verband aus der Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) austrete, weil diese keinerlei Unterstützung gegenüber der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft gebe, die nur für die ostdeutschen Jagdgenossenschaften die Beiträge erhöhte, aber bislang keine Leistung erbrachte. Der Mitgliedsbeitrag für die BAGJE werde nun für die Unterstützung der Musterklage einer Jagdgenossenschaft aus Nordthüringen eingesetzt. Jagdvorsteher Albert Seifert, langjähriger Vizepräsident des TBV und Vertreter des Berufsstandes in der Berufsgenossenschaft für die Landwirtschaft (seit 2013 SVLFG – Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau), kritisierte diese scharf und rief zum Wechsel in die wesentlich günstigere Verwaltungs-Berufsgenossenschaft Erfurt auf.

Alle Teilnehmer erhielten vom ThüringenForst, Mitglied des Verbandes, als Andenken an diese besondere Verbandstagung einen Setzling der „Schlossbergfichte“, eine besondere Züchtung des Baumes des Jahres 2017. Und Bodo Ramelow für seinen Hund Attila, mittlerweile mindestens so berühmt wie sein Herrchen, einen stattlichen geräucherten Rinderknochen, verpackt und mit einer roten Schleife verziert.

Petition gegen Entzug der Wälder zur Holznutzung

Sehr geehrte Mitglieder des TVJE!

Der im Koalitionsvertrag der Regierung formulierte und vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz angestrebte Entzug der Wälder zur Holznutzung ist gegen die Interessen der Grundeigentümer gerichtet. Wir unterstützen als Verband  gemeinsam mit zwölf weiteren Verbänden und Vereinen die Petition der Firma Pollmeier. Für die Petition werden dringend Mitzeichner benötigt. Unterstützen auch Sie die Petition, indem Sie über das Internet mitzeichnen.

In der neuen Ausgabe unserer Verbandszeitschrift „Der Thüringer Jagdvorsteher“, Heft 28,  ist der nachstehende Beitrag abgedruckt, dem Sie Einzelheiten zur Petition und die Verfahrensweise entnehmen können. Die Mitzeichnung ist laut Gesetz nur in einem Zeitraum von sechs Wochen nach Einreichung und damit bis zum 10. Januar 2017 möglich. Wenn die Mindestzahl von 1500 Mitzeichnern erreicht wird, muss eine öffentliche Anhörung erfolgen. Bis jetzt sind es 872.

Die Mitzeichnung erfordert die Anmeldung über das Portal des Petitionsausschusses und erfordert ein wenig Geduld. Dennoch bitten wir Sie sehr um Beteiligung. Vielen Dank.

https://petitionen-landtag.thueringen.de/

Detlef Sommer

TVJE-Geschäftsführer

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Beitrag aus „Der Thüringer Jagdvorsteher“, Heft 28, vom 16. Dezember 2016, Seite 7

Petition gegen Entzug der Wälder zur Holznutzung

Ende Oktober hat Ralf Pollmeier, Geschäftsführer der Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG mit Sitz in Creuzburg, Wartburgkreis, eine Petition beim Thüringer Landtag eingereicht, die sich gegen die im Koalitionsvertrag von Die Linke, SPD und Bündnis90/Die Grünen getroffene Vereinbarung richtet, großflächige Waldgebiete aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Gefordert wird mit der Petition auch der Verzicht der Ausweisung weiterer Wildnisgebiete.  Wer sich in Thüringen benachteiligt oder ungerecht behandelt fühlt, hat das Recht, sich mündlich oder schriftlich an den Petitionsausschuss des Thüringer Landtages zu wenden. Geregelt im Artikel 14 der Thüringer Landesverfassung. Im vergangenen Jahr nahmen dieses Recht 1.500 Thüringer in Anspruch, die Hälfte der Petitionen wurde nach Angaben der Landtagsverwaltung abgeschlossen.

Ralf Pollmeier hat Ende Oktober seine Petition eingereicht. Der Unternehmer und Geschäftsführer des vor drei Jahrzehnten in Nordrhein-Westfalen gegründeten und seit 1996 in Creuzburg an der Werra (neben Standorten in Aschaffenburg und Malchow) produzierenden Betriebes sorgt sich um die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz. Immerhin ist das Unternehmen Europas größter Laubholzsägebetrieb und Weltmarktführer für Buchenfurnierschichtholz. 600.000 fm Holz werden jährlich verarbeitet,  700 Mitarbeiter beschäftigt, 1.700 Kunden gibt es in 70 Ländern. Es geht also um mehr als Benachteiligung und Ungerechtigkeit.

Unvereinbar mit Rohstoffwende und Klimaschutz

Anlass der Petition war eine Pressemeldung des Umweltministeriums vom 5. Oktober, mit der Ministerin Anja Siegesmund die Ausweisung einer 2.500 ha großen Waldfläche rund um den Possen bei Sondershausen ankündigte. Siegesmund konnte sich dabei auf einen Passus im Koalitionsvertrag berufen, den sie mit großer Wahrscheinlichkeit bei den Verhandlungen über den Koalitionsvertrag dort platzierte. Im Kapitel zum Naturschutz steht, dass drei großflächige Waldgebiete in den Bereichen Vessertal, Wartburg-Inselsberg und Hainleite-Possen aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen sind.

Pollmeier begründet seinen Einspruch damit, dass die Nutzungseinschränkungen mit der notwendigen Rohstoffwende unvereinbar seien. Die Ausweisung von Wildnisgebieten und das damit einhergehende Verbot der nachhaltigen Holznutzung bremse die Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Holzwerkstoffe, an denen weltweit geforscht würde.

Weitere Wildnisgebiete würden auch dem Klimaschutz zuwider laufen. Durch die stoffliche Nutzung des Holzes, beispielsweise im Bauwesen, werde der Kohlenstoff langfristig gespeichert, während auf gleicher Waldfläche neues Holznachwachse und der Atmosphäre CO2 entziehe. Wissenschaftliche Modellrechnungen belegten, dass nachhaltig bewirtschaftete Wälder und das genutzte Holz eine deutlich bessere Gesamt-Kohlenstoff-Bilanz aufweisen als unbewirtschaftete Wälder.

Verbände unterstützen Forderungen des Unternehmers

Es ist zehn Jahre her, dass Pollmeier schon einmal mit den Thüringer Behörden zu tun hatte. Allerdings erfreulicher. Damals engagierte er sich, wie im Internet nachzulesen ist, „für die Holzmobilisierung und die Erhaltung der forstwirtschaftlichen Infrastruktur. Um einen Engpass in der Holzbeschaffung zu kompensieren wurde am 1. August 2006 das Projekt Privatwaldförderung Thüringen ins Leben gerufen. Dieses Pilotprojekt erfolgt in Zusammenarbeit mit Thüringenforst in Form einer Public Private Partnership (PPP)“. Ziel war es, Klein- und Kleinstwaldbesitzer über die Möglichkeiten der nachhaltigen Bewirtschaftung zu informieren und zur regelmäßigen Nutzung anzuhalten, um das Einschlagsvolumen zu erhöhen.

Ralf Pollmeiers Petition wurde mit Stand vom 14. Dezember 2016 von 872 Mitzeichnern unterstützt. Der TVJE empfiehlt seinen Mitgliedern, die Petition ebenfalls mitzuzeichnen. Es ist dazu   notwendig, sich an den Petitionsausschuss zu wenden (Internetadresse s. Seite 2 bzw. Tel. 0361 377-1018 oder -2152).                                                                                                                                                             Die Red.

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