Hinweise zur Vorbereitung einer Jagdgenossenschaftsversammlung, z.B. der Wahl des Vorstandes entsprechend den Regelungen der Thüringer Mustersatzung

  1. Einladung

Die Einladung erfolgt in ortsüblicher Weise im Zuständigkeitsbereich der Jagdgenossenschaft entsprechend der Regelung in der Kommune

(Anzeige im Amtsblatt, zusätzlich Aushänge in den Schaukästen)

Die Jagdgenossen sind ortsüblich einzuladen (persönliche Einladungen sind keine ortsüblichen Einladungen). Informationen erhalten Sie in Ihrer Kommune.

Die Einladung muss mindestens eine Woche vor der Versammlung veröffentlicht werden.

Inhalt der Einladung: Datum, Uhrzeit, Ort der Versammlung, sowie die

Tagesordnung mit allen Beschlüssen

  • Entlastung des Vorstandes und des Kassenführers
  • Beschluss über die Verwendung des Reinertrages
  • Beschluss Wahl des Vorstandes
  • Beschluss Wahl der Rechnungsprüfer und die Funktionen des Schriftführers und Kassenführers

 

Hinweis bei Verhinderung eines Jagdgenossen,

Bei der Beschlussfassung der Jagdgenossenschaft kann sich jeder Jagdgenosse durch seinen Ehegatten, durch einen volljährigen Verwandten in gerader Linie oder dessen Ehegatten, durch eine in seinem Dienst ständig beschäftigte volljährige Person oder durch einen bevollmächtigten, volljährigen, derselben Jagdgenossenschaft angehörenden Jagdgenossen vertreten lassen. Für die Erteilung der Vollmacht an einen Jagdgenossen ist die schriftliche Form erforderlich. Ein bevollmächtigter Vertreter darf höchstens drei Jagdgenossen vertreten. Für juristische Personen handeln ihre verfassungsmäßig berufenen Organe oder deren Beauftragte.

  1. Vorbereitung der Versammlung:
  • Anwesenheitsliste
  • Aufstellung der anteiligen Flächen jedes Jagdgenossen laut Jagdkataster oder Nachweis durch Grundbuch
  • Vorbereitung von Stimmzetteln zur Wahl des Vorstandes
  • Es wird der Vorsteher gewählt, der Stellvertreter, die Beisitzer können im Block gewählt werden

Auf den Stimmzetteln muss der Jagdgenosse und dessen Flächen sowie die vertretenden Jagdgenossen und deren Flächen ersichtlich sein.

Beschlüsse der Versammlung der Jagdgenossen bedürfen nach § 9 Abs. 3 des Bundesjagdgesetzes sowohl der Mehrheit der anwesenden und vertretenen Jagdgenossen als auch der Mehrheit der bei der Beschlussfassung vertretenen Grundfläche. Stimmenthaltungen werden bei der Berechnung der Stimmenmehrheit mitgezählt. Miteigentümer oder Gesamtseigentümer eines zum gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehörenden Grundstücks haben zusammen nur eine Stimme und können das Stimmrecht nur einheitlich ausüben. Der abstimmende Miteigentümer oder Gesamtseigentümer gilt als Vertreter der anderen Mitberechtigten.

  1. Durchführung der Versammlung:
  1. Bekanntgabe der Tagesordnung,
  2. Bericht des Vorstandes,
  3. Finanzbericht durch Schatzmeister mit Bekanntgabe des Reinertrages pro ha,
  4. Bericht des Kassenprüfers, stellt Antrag zur Entlastung des Vorstandes und des Kassenführers,
  5. Beschluss über den Verteilungsplan,
  6. Beschluss zur Verwendung des Reinertrages (Auszahlung oder Verbleib in der Kasse oder Verwendung für einen bestimmten Zweck)
  7. Wahl der Wahlkommission – übernimmt die Durchführung der Wahl
  8. Wahlhandlung
  • Entgegennahme von Vorschlägen des Vorsitzenden:
    vorgeschlagene Jagdgenossen werden gefragt, ob sie mit der Aufstellung als
    Kandidat einverstanden sind,
  • Vervollständigung der Stimmzettel,
  • Ausgabe der Stimmzettel für die Wahl des Vorsitzenden,
  • Auszählung der Stimmzettel durch die Wahlkommission und Bekanntgabe des Ergebnisses
  • Entgegennahme von Vorschlägen für die Vorstandsmitglieder
  • Vorgeschlagene Jagdgenossen werden gefragt, ob sie mit der Aufstellung als Kandidat einverstanden sind
  • Ausgabe der Stimmzettel,
  • Auszählung der Stimmzettel, durch die Wahlkommission und Bekanntgabe des Ergebnisses,
  • Vorstandsmitglieder einigen sich über die Verteilung der Funktionen,
  • Wahl des Schriftführers und Schatzmeisters per Handzeichen soweit diese zusätzlich zum Vorstand gewählt werden,
  • Wahl der Kassenprüfer für die gleiche Amtszeit

Bekanntgabe des Ergebnisses


Die gefassten Beschlüsse sind wie die Einladung ortsüblich bekannt zugeben.


  1. Nacharbeiten:
  • Erstellen einer Niederschrift mit der Beschlussfassung nach Stimmen- und Flächenanteilen,
  • Die Niederschrift muss vom Vorstand und dem Schriftführer unterschrieben werden.
  • Protokoll an die untere Jagdbehörde
  • Stimmzettel sind mindestens ein Jahr aufzubewahren

Vorlage folgender Unterlagen:

  • Kopie der ortsüblichen Einladung,
  • Niederschrift der Jagdgenossenschaftsversammlung,
  • Anwesenheitsliste