Das traditionelle Neujahrsgespräch des TVJE-Präsidiums mit Vertretern der im Thüringer Landtag vertretenen Parteien, des Fachministeriums und befreundeter Verbände, sowie mit kommunalen Politikern und der Wirtschaft fand am 07. Januar im südthüringischen Masserberg statt. TVJE-Präsident Peter Leicht betonte die Notwendigkeit des respektvollen Umgangs miteinander, auch bei Themen, bei denen der Verband im Interesse der Eigentümer kontroverse Meinungen vertritt. Als Beispiel nannte er den Beschluss, das „Grüne Band“ zum Nationalen Naturmonument zu erklären. Hierfür stehe auch das beschlossene Jagdgesetz, bei dem zwar nicht in allen Punkten die Vorschläge des TVJE berücksichtigt wurden, das aber als Kompromiss mitgetragen werde.
Im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um den Klimawandel informierte Leicht, dass der Verband gemeinsam mit dem Waldbesitzerverband, ThüringenForst und weiteren Interessierten einen Aktionstag mit Baumpflanzungen durchführen wird. Er erinnerte daran, dass er Mitte September Umweltstaatssekretär Möller Listen mit mehreren tausend Unterschriften von Eigentümern und Jagdgenossen für eine Begrenzung der Wolfspopulation in Thüringen übergeben habe. Leider habe er von der Ministerin nur eine schulmeisterlich abgefasste Antwort erhalten. Er betrachte dies als eine Missachtung der Jagdgenossen.
Präsident Leicht bedankte sich bei den Vertretern der Politik und sagte auch für die neue Legislaturperiode eine künftig gute Zusammenarbeit zu. Reserven gebe es noch in Fragen der Kommunikation.
Staatssekretär Dr. Klaus Sühl, der in den vergangenen Jahren einen engen Kontakt zum TVJE hielt, bezeichnete die Arbeit der Verbände als großartiges Beispiel für Kontinuität und Verlässlichkeit über Jahrzehnte hinweg. Er äußerte sich u. a. zur drohenden Gefahr der Afrikanischen Schweinepest und versicherte, das Ministerium sei gut vorbereitet. Er dankte dem Landesjagdverband, dem Bauernverband und insbesondere dem TVJE, der die Schaffung des Schwarzwildkompetenzzentrums angeregt habe. Ein weiteres Thema, zu dem sich Sühl äußerte, war die schwierige Waldsituation.
Als Gäste waren auch die ehemaligen Landtagsabgeordneten Egon Primas (CDU) und Tilo Kummer (Linke) eingeladen. Beide hatten sich über viele Jahre für die Interessen der Eigentümer und die Unterstützung des Verbandes eingesetzt. Primas kritisierte, dass zahlreiche Jagdgenossenschaften in Landgemeinden aufgelöst würden und übergab Präsident Leicht entsprechende Unterlagen. Kummer bedauerte, dass erfahrene Politiker dem neuen Landtag nicht mehr angehörten. Zur umstrittenen Errichtung von Windkraftanlagen vertrat er den Standpunkt, dass die vorhandene Infrastruktur zur Einspeisung vorhanden sein müsse und die Menschen besser einzubeziehen seien. TVJE e.V.

Foto: König
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Werner Wühst
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