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Problem Wolf – Crawinkeler Gespräch ohne Annäherung

TVJE-Präsident Peter Leicht übergab an Umweltstaatssekretär Olaf Möller 5.330 Unterschriften von Jagdgenossen mit der Forderung zur Begrenzung der Wolfspopulation / Antrag von TBV, TVJE und Landesschafzuchtverband zur Entnahme der Ohrdrufer Wölfin bislang unbeantwortet / Wolfsrissgutachter Uwe Müller kündigte wegen Unstimmigkeiten

Auf einer Veranstaltung, zu der Heinz Bley, Jagdvorsteher und Ortsteilbürgermeister von Crawinkel, Landkreis Gotha,  Vorstände von Jagdgenossenschaften und Jagdpächter aus der Region um Ohrdruf am 16. September eingeladen hatte, übergab TVJE-Präsident Peter Leicht an Umweltstaatssekretär Olaf Möller (Grüne) Listen mit 5.330 Unterschriften von Jagdgenossenschaften mit der Forderung zur Begrenzung des Wolfspopulation in Thüringen. Die Initiative war von der Mitgliederversammlung des TVJE im Frühjahr ausgegangen. Leicht erklärte, die derzeitigen Maßnahmen dienten weder dazu, Nutztierverluste durch Übergriffe des Wolfes noch eine Verringerung des Jagdwertes zu verhindern.

Staatssekretär Möller und Fachexperten informierten in der Agrar GmbH Crawinkel, deren Geschäftsführer Bley ist, die etwa 50 Teilnehmer über den derzeitigen Stand des Wolfsgeschehens in Thüringen bzw. zum „Wolfsmonitoring“ (zuvor fand eine gesonderte Veranstaltung mit Schäfern statt). So sei durch Fotofallen nachgewiesen, dass die Ohrdrufer Wölfin zum zweiten Mal fünf hybride Jungtiere aufziehe. Sie stammten aus der Paarung mit einem Mitte April dieses Jahres erlegten Wolf aus der 2017 erfolgten ersten Paarung mit einem Labrador. Möller teilte mit, in der zurückliegenden Woche sei vom Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) die Genehmigung zur Entnahme der Jungtiere erfolgt.  Zu der 2014 aus dem Gebiet von Spremberg in der Lausitz eingewanderten Wölfin sei inzwischen durch erstmaligen Fotofallennachweis am 19. Mai ein weiterer Wolf, ein Rüde, hinzugekommen.

Schwerpunkt sei nach wie vor der Truppenübungsplatz Ohrdruf, der 4.000 ha umfasse und auf dem 39 der insgesamt 100 Fotofallen installiert seien. Das gesamte Streifgebiet betrage jedoch bis zu 20.000 ha. Von den zwischen Mai und September ausgewerteten 117 Aufnahmen mit 921 Fotos (meist Nachtaufnahmen) seien 840 auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes erfolgt.

In der weitgehend sachlich geführten Diskussion wurden die unterschiedlichen Standpunkte deutlich. Während mehrere Vertreter aus den Jagdgenossenschaften eine mangelhafte Öffentlichkeitsarbeit des Ministeriums kritisierten, verwies Möller auf die im Internet einsehbare Liste der Wolfsrisse und die mit dem Landesjagdverband getroffene Vereinbarung. Kritisiert wurde auch, dass mit dem Verweis von Behörden auf Risse durch wildernde Hunde vom Wolf abgelenkt werde, das Vertrauen in das Ministeriums wäre nicht mehr gegeben. Auch würden zu wenige Informationen über das Wolfsgeschehen außerhalb der Ohrdrufer Region erfolgten. Ein Vertreter des Landesjagdverbandes sprach von etwa 20 Wölfen in Thüringen.

Nicht erwähnt wurde, dass die EU mit Wirkung vom 31. Juli die Erweiterung des Wolfsgebietes von einem 30 km-Radius um Ohrdruf auf ganz Thüringen genehmigte. Auch die Förderungen wurden wesentlich verbessert (einschließlich präventiver Maßnahmen für die Weidehaltung von Rindern und Pferden). Zudem entfiel die bisher begrenzende de minimis-Regelung, wonach innerhalb von drei Jahren nur eine Höchstförderung von 20.000 Euro möglich war. Eine Entscheidung, die dem Veranstalter offensichtlich noch nicht bekannt war und die auch für seinen Betrieb eine finanzielle Hilfe darstellt. Durch nachgewiesene Wolfsrisse waren in der Agrar Crawinkel GmbH in einem relativ kurzen Zeitraum mehrere Fohlen und Kälber gerissen worden.

Keine Aussage konnte Staatssekretär Möller zur Entnahme der Ohrdrufer Wölfin treffen. Der Thüringer Bauernverband und der TVJE hatten am 31. Juli, unterstützt von fünf Agrarbetrieben, beim Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) einen Antrag auf „Entnahme der Wölfin GW267f aus der Natur“ gestellt. Es wurde lediglich mitgeteilt, dass eine Prüfung erfolge. TVJE-Geschäftsführer Detlef Sommer wies nochmals darauf hin, dass allein die hohe Anzahl der eindeutig nachgewiesen Risse durch die Wölfin diese als einen Problemwolf ausweise, für den auch nach dem Thüringer Wolfsmanagementplan eine Entnahme aus der Natur möglich sei.

Eine zusätzliche Brisanz erfuhr die Beratung durch die Anwesenheit von Uwe Müller als Mitglied des TBV. Der Mitarbeiter des TLUBN und in der Ohrdrufer Region von den Jagdgenossenschaften, Eigenjagdbezirkinhabern und Landwirten anerkannter Rissgutachter  hatte wenige Tage zuvor nach Unstimmigkeiten mit seinem Arbeitgeber und einem Fernsehbeitrag des mdr fristlos gekündigt (ihm war zuvor sein Handy und der Dientreiseauftrag als Rissgutachter entzogen worden). Vom Ministerium war dazu erklärt worden, es habe sich um eine Umstrukturierung gehandelt.

Fazit: So lobenswert die Initiative des Crawinkler Bürgermeisters, Jagdvorstehers und Landwirts Bley und die Notwendigkeit zum Austausch der jeweiligen Standpunkte ist, eine Annäherung fand nicht statt. Einer der Teilnehmer bemerkte am Schluss der Veranstaltung, was wohl die meisten der Anwesenden empfanden: es rumore in ihm. Eine Umschreibung dafür, dass der Staatssekretär wie auch seine Mitarbeiter auf die vorgebrachten Argumente der Teilnehmer nur unzureichend eingegangen waren.

Werner Wühst

Foto: TVJE-Präsident Peter Leicht (l.) überreicht Umweltstaatssekretär Olaf Möller die Listen mit mehr als 5.000 Unterschriften aus Jagdgenossenschaften zur Begrenzung der Wolfspopulation in Thüringen.

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17.09.2019, 20.00 Uhr
Text und Foto wurden für die Internetseite des TVJE verfasst. Eine weitere mediale Verwendung, auch auszugsweise , ist nicht gestattet. Rückfragen: 036695 21478.

Wo steht die Thüringer Forstwirtschaft in 5 Jahren?

Forstpolitisches Forum zur Landtagswahl 2019
am 24. September 2019, 10:00 Uhr
in der Fachhochschule Erfurt, Altonaer Str. 25

Viele Wälder in Thüringen befinden sich aktuell in einem katastrophalen Zustand. Der vor kurzem von der Landesregierung beschlossenen “Aktionsplan Wald 2030” wird das forstpolitische Handeln in der nächsten Legislaturperiode bestimmen. Wie das genau aussehen kann, soll mit folgenden Kandidatinnen und Kandidaten für den nächsten
Thüringer Landtag diskutiert werden:

★ Mike Mohring – CDU, MdL, Landes- u. Fraktionsvorsitzender (angefragt)
★ Tilo Kummer – DIE LINKE , MdL, Vors. Umweltausschuss des Landtages
★ Robert Geheeb – SPD , wiss. Mitarbeiter SPD-Fraktion, Bürgermeister von Leutenberg
★ Stefan Möller – AfD , MdL, Landessprecher, Parlamentarischer Geschäftsführer AfD-Landtagsfraktion
★ Anja Siegesmund – Bündnis 90/DIE GRÜNEN , Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz,
★ Thomas L. Kemmerich – FDP , MdB, Landesvorsitzender

Moderation: Sebastian Jakob, mdr Thüringen

Die Anmeldung ist nur online unter https://forms.gle/FoC9PLMEZbmZkiJn6 möglich. Bitte kommen Sie nur mit bestätigter Anmeldung! Der Eintritt ist frei. Die Parkmöglichkeiten sind begrenzt – bitte mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Nähere Hinweise stehen in der Anmeldebestätigung.

Interessenverband wehrt sich gegen Jagdwertminderung

Neujahrsgespräch des Thüringer Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirkinhaber (TVJE) mit Politikern und Verbandsspitzen in Altengönna

Der Thüringer Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirkinhaber (TVJE) hat zum Neujahrsgespräch am 8. Januar 2019 in Altengönna bei Jena auf die Wahrung der Interessen der Flächeneigentümer gedrängt. TVJE-Präsident Peter Leicht machte gegenüber der Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller (Die Linke), und Abgeordneten von im Thüringer Landtag vertretenen Parteien deutlich, dass überzogene Forderungen seitens des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz sowie von Natur- bzw. Tierschutzverbänden unvereinbar seien mit der Wahrung der Eigentumsrechte. Beispiele hierfür seien die erfolgten oder beabsichtigten gesetzlichen Regelungen zum Naturmonument „Grünes Band“ oder zum Naturschutzrecht. Für die Inhaber jagdbarer Flächen drohe letztlich eine Jagdwertminderung, die dem Erhalt weiter Teile der Kulturlandschaft sowie dem Naturschutz entgegen stehe.

Zur Bilanz des Verbandes im vergangenen Jahr gehört die Initiative zur Gründung eines Schwarzwild-Kompetenzentrums, das seit dem Herbst beim Thüringer Bauernverband angesiedelt ist und Maßnahmen zur Vorbeugung der drohenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) koordiniert. Ministerin Keller sprach dem Verband dafür ihre Anerkennung aus. Ein weiterer Schwerpunkt der Verbandsarbeit war die umfangreiche Schulungstätigkeit für die Mitglieder sowie weitere Interessierte u.a. zu Fragen des Jagdrechts. Leicht machte auf die notwendige staatliche Unterstützung der Landwirte wie auch der Waldbesitzer, von denen viele dem Verband angehören, aufmerksam. Durch die Trockenheit des vergangenen Sommers erlitten sie erhebliche wirtschaftliche Einbußen. Die Waldbesitzer seien darüber hinaus durch vom Borkenkäfer verursachte Schäden betroffen.

Zum Neujahrsgespräch, das in der Gönnataler Putenspezialitäten GmbH in Altengönna, die zu den führenden Betrieben der Thüringer Ernährungswirtschaft auch in der Wildfleischvermarktung gehört, stattfand, nahmen die Präsidenten des Landesjagdverbandes Steffen Liebig, des Thüringer Bauernverbandes Dr. Klaus Wagner, des Waldbesitzerverbandes Jörg Düring sowie weitere Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer teil.  Weitere Gäste waren der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Thies, Vizepräsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen, die Vorsitzenden der Landtagsausschüsse für Infrastruktur, Landwirtschaft und Forsten sowie für Umwelt, Energie und Naturschutz, Egon Primas (CDU) und Tilo Kummer (Die Linke), und die Agrarpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, Dr. Johanna Scheringer-Wright. Die Thüringer Agrarverwaltung vertrat Dr. Ingo Zopf als kommissarischer Leiter der Abteilung Landwirtschaft, Markt, Ernährung des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft, das Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation dessen Präsident Uwe Köhler.

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Hintergrund:

Dem 1997 durch den Thüringer Bauernverband gegründeten TVJE gehören auf freiwilliger Grundlage 960 Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirkinhaber (60 Prozent) mit einer Fläche von 836.727 ha an. Der Verband unterstützt sie außer mit der politischen Interessenvertretung mit Dienstleistungen wie Schulungen zur Führung des Jagdkatasters oder der Unterstützung bei der Regulierung von Wildschäden. Die jährliche Mitgliederversammlung findet im Rahmen der Messe Reiten, Jagen, Fischen in Erfurt statt. In diesem Jahr ist sie am 30. März vorgesehen.  

Von links: Präsident Peter Leicht, komm. Abt. Ltr. Landwirtschaft Dr. Zopf und Ministerin Birgit Keller

 

Von links: Präsident Peter Leicht, Ministerin Keller und Renè Kolbe, Geschäftsführer der Pahren Agrar GmbH & Co. KG

 

Von rechts: Präsident Peter Leicht, Geschäftsführer Detlef Sommer und MdB Hans-Jürgen Thies (CDU)

 

Ministerin Birgit Keller (Die Linke)

 

Gesprächsrunde im Friedrich-Gottlob-Schulze-Saal der Gönnataler Putenspezialitäten GmbH

 

Gesprächsrunde im Friedrich-Gottlob-Schulze-Saal der Gönnataler Putenspezialitäten GmbH (Ausschnitt)

 

Bei Rückfragen:

Werner Wühst

Freier Journalist

Tel. 036695 21478

Mobil 0171 8060284

Mail: wuehst@t-online.de

Wolfsmonitoring beim Thüringer Bauernverband

Beim Thüringer Bauernverband (TBV) wird derzeit ein Wolfsmonitoring eingerichtet, welches ergänzend zum offiziellen Monitoring des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz Sichtungen und nicht gemeldete Risse sammelt. Auch Auffälligkeiten und Betroffenheitsberichte wer-den entgegen genommen, um die Entwicklung des Wolfsgeschehens in Thüringen zu dokumentieren. Melden kann sich jeder, vom Jäger, der vielleicht ein Foto mit seiner Wildkamera geschossen oder einen Wolf in seinem Revier gesichtet hat, bis hin zu Landwirten, Schäfern und Hobbytierhaltern, aber selbst-verständlich auch alle Bürgerinnen und Bürger. Entsprechende Meldungen richten Sie bitte per E-Mail (anne.byrenheid@tbv-erfurt.de) oder per Telefon (0361/ 262 532 05) an den TBV. Anne Byrenheid

Entschädigung für die Erlegung von Schwarzwild und den Einsatz von Jagdhunden

Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft hat die Formulare zur Entschädigung des Einsatzes von Jagdhunden und der Erlegung von Schwarzwild veröffentlicht. Pro Stück erlegtes Schwarzwild werden 25,00 Euro gezahlt. Auch für den Einsatz von Jagdhunden werden nun 25,00 Euro je Hund gezahlt. Die Formulare sind beim Forstamt Sondershausen einzureichen und können nachfolgend runtergeladen werden:

 

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
https://www.thueringenforst.de/aktuelles-medien/aktuelle-meldungen/detailseite/vorbeugung-der-afrikanischen-schweinepest/

Abfrage TMIL zur Bedürftigkeit nach Liquiditätshilfe

Foto: TBV

Information

7. August 2018

Abfrage des TMIL zur Bedürftigkeit nach Liquiditätshilfe

Angesichts der angespannten Situation durch Hitze und Trockenheit in einzelnen Regionen sowie der zunehmenden Forderung nach Liquiditätshilfen, startet das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) heute, 7. August, mit seinen Landwirtschaftsämtern (LWA) eine Abfrage bei den Landwirtschaftsbetrieben. Die Abfrage dient zur Ermittlung der Bedürftigkeit nach Liquiditätshilfe, um das Ausmaß an finanziellen Mittel abschätzen zu können. Der Thüringer Bauernverband fordert nachdrücklich alle Landwirte auf, daran teilzunehmen und die Unterlagen per Telefax oder auf dem Postweg an das Landwirtschaftsamt, in dessen Zuständigkeitsbereich der Betriebssitz des Unternehmens liegt, bis zum 13. August zu übermitteln. Der Erhebungsbogen (Excel- oder PDF-Datei) einschließlich der datenschutzrechtlichen Einwilligungserklärungen ist zu finden unter: https://www.thueringen.de/th9/tmil/lawi/bf_duerre2018/index.aspx. Bitte achten Sie auf die Informationen Ihres zuständigen LWA und melden Sie Ihre Bedürftigkeit. Die Befragungsergebnisse sind nach Aussage des TMIL unabdingbar für eine Entscheidungsfindung von Bund und Land.            

 

Kontakt:  

Anja Nußbaum

Referentin für Agrarpolitik, Pflanzenbau und Erneuerbare Energien

Thüringer Bauernverband e. V.

Alfred-Hess-Straße 8, 99094 Erfurt

Telefon:           +49 361 262 532 06

Mobil:             +49 151 552 789 04

Fax:                 +49 361 262 532 25

E-Mail:            anja.nussbaum@tbv-erfurt.de